Routineuntersuchungen

Das Wunder des Sehens

Das Sehen ist beim Menschen das wichtigste und kostbarste Mittel zur Wahrnehmung seiner Umwelt. Die Augen fangen Formen und Farben ein und leisten 75% all dessen, was der Mensch wahrnimmt.

Schutzvorrichtungen des Auges

Die Augenlider
Die Lider übernehmen eine Schutzfunktion für das Auge und verhindern das Eindringen von Fremdkörpern und Lichtstrahlen. Außerdem sollen sie das Auge ständig feucht und somit gleitfähig halten. Unterstützt wird dies durch den ständigen Lidschlag.

Das Benetzungssystem des Auges
Das Auge wird von einem aus drei Schichten bestehendem Film benetzt. Die äußere Schicht ist ölig und schützt vor Verdunstung. Sie wird von den Meibom‘schen Drüsen auf dem Lidrand erzeugt. Die mittlere Schicht ist wässrig und hat eine reinigende Funktion. Sie wird von den Tränendrüsen abgesondert, die unterhalb des Augenbrauenbogens, direkt oberhalb von Auge und Bindehaut liegen. Es ist ein Schutzmembran, die die Lidinnenseite und die Außenseite der Lederhaut bedeckt.

Die untere Schicht, eine Schleimschicht, ermöglicht eine bessere Haftung der Tränenflüssigkeit auf der Oberfläche des Auges und eine gleichmäßige Verteilung derselben. Diese Schicht wird durch kleine Drüsen in der Bindehaut produziert. Bei einer Funktionsstörung des Benetzungssystems spricht man von einem trockenen Auge.

Die Bestandteile des Auges

Die Hornhaut
Die Hornhaut ist die vordere durchsichtige Membran des Auges. Durch sie dringt das Licht ein und ein klares Sehen wird ermöglicht. Die Zellen dieses Gewebes sind sehr regelmäßig angeordnet, damit das Licht, ohne verformt zu werden, passieren kann. Die Hornhaut ist gefäßfrei: da die Blutgefäße die Hornhaut weniger transparent erscheinen lassen würden, erfolgt die Sauerstoffversorgung direkt durch die umgebene Luft und die Nährstoffzufuhr durch die durchsichtige Flüssigkeit, die sich hinter der Hornhaut befindet. Die Hornhaut erbringt 60% der Brechkraft des Auges.

Die Lederhaut
Die Lederhaut, ein weißes Gewebe, bildet die äußere Hülle des größten Teils des Auges. Sie hat eine Schutzfunktion, und eine gleich bleibende äußere Form. Daher reißt diese kaum.

Die Aderhaut
Unter der weißen Oberfläche befindet sich eine dunklere gefäßreiche Schicht, die Aderhaut, welche wie ein Schwamm ist. Ihre Funktion besteht in der Versorgung großer Teile der Netzhaut.

Die Iris – Regenbogenhaut
Die Iris ist der pigmentierte Teil des Auges. Es handelt sich hierbei um einen kreisförmigen Muskel mit einer Öffnung, der Pupille in der Mitte. Je nach Bedarf entspannt sich die Iris oder zieht sich zusammen, um die entsprechende Lichtmenge durchzulassen. Bei starkem Lichteinfall verengt sich die Pupille. In der Dunkelheit ist der Vorgang entgegengesetzt, ähnlich wie bei der Blende eines Fotoapparates.

Die Linse
Die Linse liegt direkt hinter der Pupille. Sie wird von elastischen Fasern, auch Zonulafasern genannt, unter Spannung gehalten. Sie wandelt Lichtstrahlen in konvergierendes Licht um und deckt 40% der Brechkraft des Auges ab. Die Linse besteht aus einer klaren gallertartigen Substanz welche von einer äußeren durchsichtigen Membran umgeben ist. Durch die Tätigkeit der Ziliarmuskeln können die Zonulafasern verkürzt oder verlängert werden, was eine Veränderung in der Dicke der Linse zur Folge hat und sich so auf die Stärke der Lichtbrechung auswirkt. Die Linse dient auch der Abwehr des schädlichen ultravioletten Lichtes.

Der Strahlenkörper
Der Strahlenkörper ist ein kleines ringförmiges Gebilde direkt hinter dem äußeren Teil der Iris gelegen und an der Lederhaut haftend. Er besteht aus zwei Teilen: einem kreisförmigem Muskel, der zusammen mit den Zonulafasern die Form der Linse verändern kann und aus einem aus Drüsen bestehenden Teil, welcher die wässrige Augenflüssigkeit, das Kammerwasser absondert.

Das Kammerwasser
Das Kammerwasser, eine klare, durchsichtige Flüssigkeit, wird im Strahlenkörper hinter der Iris produziert. Es befördert die Nährstoffe in den vorderen Teil des Auges und ist mitbestimmend für den Augendruck. Das Kammerwasser fließt hinter die Linse und Iris durch die Pupille hindurch und wird anschließend in einen Abflusskanal der peripheren Zonen des Auges direkt vor der Iris abgeleitet. Von dort wird es durch die Blutzirkulation aufgenommen. Kann das Kammerwasser nicht abfließen, so kann der Augeninnendruck steigen und schließlich ein Glaukom (Grüner Star) zur Folge haben.

Der Glaskörper
Der Glaskörper ist eine durchsichtige, gallertartige Substanz. Er füllt die hintere Augenkammer aus und hat keine eigentliche, bisher bekannte Funktion.

Die Netzhaut
Die Netzhaut kann – entwicklungsgeschichtlich – als vorgeschobener Teil des Gehirns betrachtet werden. Sie besteht aus einer feinen lichtempfindlichen Membran, die die hintere innere Augenwand bedeckt. Ihre Aufgabe ist es, dass ins Auge tretende Licht aufzunehmen und die empfangenen Informationen in elektrische Signale umzuwandeln und zum Gehirn zu leiten, welches sie in Bilder umwandelt. Die Netzhaut enthält zwei Arten von Rezeptoren. Das sind die sogenannten Sinneszellen zur Aufnahme von Informationen: die Zapfen und die Stäbchen. Die Zapfen übernehmen das detaillierte Sehen am Tag. Sie sind im Zentrum der Netzhaut konzentriert, wo der größte Teil des Lichtes im Brennpunkt zusammenläuft. Die Stäbchen übernehmen das Sehen bei herabgesetzter dämmriger Beleuchtung. Sie sind besonders zahlreich in den Randzonen der Netzhaut. Eine normale Netzhaut hat etwa 125 Mill. Zapfen und nur 6 Mill. Stäbchen.

Die Macula
Die Macula liegt in der Mitte des Augenhintergrundes auf der Netzhaut und enthält die meisten Zapfen. Sie befähigt uns zum detaillierten Sehen und ermöglicht z.B. das Lesen.

Der Sehnerv
Der Sehnerv verbindet, wie ein elektrisches Kabel die Netzhaut des Auges mit dem Gehirn. Seine Aufgabe ist es, die auf der Netzhaut in elektrische Signale umgewandelten Eindrücke zum Gehirn weiterzuleiten, wo sie in Bilder umgesetzt werden. Die Eintrittsstelle des Sehnervs in die Netzhaut heißt Papille.

Die Augenmuskeln
Die Bewegungen des Auges werden durch eine Gruppe von sechs Muskeln kontrolliert, welche ein freies Bewegen in alle Richtungen ermöglichen. Diese Muskeln sind oben, unten und auf jeder Seite mit dem Augapfel verbunden. Außer diesen vier Hauptmuskeln gibt es zwei weitere schräge Muskeln, welche die Rotationsbewegungen ermöglichen. Die Augenmuskeln sind durch Reize vom Gehirn her mit den Muskeln des anderen Auges gekoppelt, so dass beide Augen immer gleichsinnig bewegt werden. Schielen ist eine Funktionsstörung in der Beweglichkeit der Augen.

Die Refraktion

Die parallelen Lichtstrahlen des wahrgenommenen Objektes werden durch die Linse des Auges auf die Netzhaut fokussiert. Ein als normalsichtig bezeichnetes Auge bildet einen Gegenstand in der Weite auf der Netzhaut ab.

Um ein klares Abbild auf der Netzhaut sicherzustellen, müssen alle Teile des Auges, welche die Lichtstrahlen passieren transparent sein. Die Hornhaut und die Linse sind die fokussierenden Teile des Auges. Wenn das Bild sich nähert, wird es durch die Linse des Auges auf der Netzhaut abgebildet. Wir nennen diesen Vorgang Akkomodation. Refraktionsstörungen können, auch wenn es sich hierbei nicht um eine Krankheit handelt, äußerst lästig sein, da die Abbildung auf der Netzhaut unscharf ist.

Übersichtigkeit
Bei Übersichtigkeit ist das Auge im Verhältnis zu seiner Brechkraft zu kurz. Das wahrgenommene Objekt wird hinter der Netzhaut abgebildet. Dank der akkomodierenden Wirkung der Linse kann das Objekt auf der Netzhaut abgebildet werden. Allerdings ist die mit einer erhöhten Ermüdung der Augen verbunden. Bei Kindern mit Übersichtigkeit treten häufig bei Beschäftigungen im Nahbereich oder am Tagesende Kopfschmerzen auf. Bei jungen Erwachsenen kann sich die Übersichtigkeit in schwierig werdender Nahsicht ausdrücken. Übersichtigkeit kann durch Brille, Kontaktlinsen und unter gewissen Vorraussetzungen mit Hilfe der Laserchirurgie korrigiert werden.

Kurzsichtigkeit
Bei Kurzsichtigen ist das Auge im Verhältnis zu lang. Ein wahrgenommenes Objekt wird vor der Netzhaut abgebildet. Das kurzsichtige Auge sieht in der Ferne verschwommen auch wenn die Augenlinse sich im Ruhezustand befindet, d.h. es kommt nicht zu zusätzlichen Ermüdungserscheinungen und es kann sogar von Vorteil sein bei einsetzender Alterssichtigkeit. Kurzsichtigkeit kann durch eine Brille, Kontaktlinsen und operative Eingriffe u. a. mit der Laserchirurgie korrigiert werden. Je nach Stärke der Kurzsichtigkeit können aktuell verschiedene Arten von operativen Eingriffen eingesetzt werden. Wir verfügen mittlerweile über Erfahrungen von mehr als 15 Jahren im Einsatz von unterschiedlichen Techniken.

Stabsichtigkeit
Bei ungleicher Krümmung der Hornhaut oder der Linse sprechen wir von Stabsichtigkeit (Astigmatismus). Man kann die Hornhaut mit einem Rugbyball vergleichen als mit einem Fußball. Es gibt zwei unterschiedliche Krümmungsachsen. Beim Betrachten einer Uhr werden bei Stabsichtigkeit einige Ziffern auf dem Zifferblatt nur verschwommen wahrgenommen. Dieser Sehfehler kann zusammen mit Kurzsichtigkeit oder Übersichtigkeit auftreten. Astigmatismus kann mit Hilfe von einer Brille, Kontaktlinsen, chirurgischen Eingriffen und Laserchirurgie korrigiert werden. Die Chirurgie ist z. Zt. bereits weit fortgeschritten.

Alterssichtigkeit
Es handelt sich hierbei um die nachlassende Fähigkeit der Akkomodation, die nach dem 40. Lebensjahr einsetzen kann. Die Linse verdickt sich, wodurch der Nahpunkt immer mehr in die Ferne rückt. Erste Anzeichen von Alterssichtigkeit sind eine leicht verschwommene Sicht. Dies wird besonders deutlich, wenn man in rascher Folge weit und nah sieht. Im folgendem Text veranschaulichen wir das an einem Beispiel. Man sagt: «Der Arm (z.B. beim Lesen) wird allmählich zu kurz». Alterssichtigkeit kann mit einer Brille korrigiert werden. Als Möglichkeiten bieten sich: Halbgläser, doppelt fokussierende und multifokale Gläser. Der Vorteil der Multifokalgläser beruht auf der klaren Sicht in allen Entfernungen. Kontaktlinsen eignen sich nur für einen begrenzten Personenkreis bei ganz bestimmten Voraussetzungen. Z. Zt. ist noch keine Korrektur durch einen operativen Eingriff oder mit Laser möglich. Aber die Forschung in der Chirurgie wird weiter entwickelt und macht Fortschritte.